05. Februar 2021

Die Wohnung als Mittelpunkt

Mit der Familie mehr Zeit zuhause zu verbringen klang vor der Coronakrise noch verlockend, wurde während des Lockdowns allerdings immer mehr zur Kraftanstrengung für viele Familien. Denn zwischen Homeoffice und Kinderbetreuung, Homeschooling und Langeweile kam das Familienleben häufig an seine Belastungsgrenze.

In dem Maße, in dem die Welt immer unkontrollierbarer erscheint, wird die Wohnung als Rückzugsort immer wichtiger. Vor allem durch Kontaktbeschränkungen und den eindringlichen Appell der Politik möglichst viel zuhause zu bleiben, rückt die Wohnung bislang noch mehr in den Fokus. Zudem wird deutlich, dass das Zuhause der Zukunft auch noch andere Ansprüche erfüllen soll. Ob es um das Arbeiten oder Lernen geht, um private Rückzugsmöglichkeiten oder den eigenen Spielplatz im Garten, die Pandemie zeigt neue Trends deutlich auf.

Marktsituation

Die Corona Krise wirkt sich nur sehr bedingt auf die Marktlage im Wohnimmobilienbereich aus. So sind sowohl die Anzahl als auch die Preisentwicklung äußerst stabil. Neubauwohnungen in den deutschen Ballungsräumen sind und werden auch in Zukunft ein so rares Gut bleiben, dass Corona auf diesem Markt keine preisdämpfende Auswirkung haben wird. Dazu kommt, dass die Zinskonditionen auch auf die nächsten Jahre hin extrem günstig bleiben werden. Immobilienkäufer können in der aktuellen Corona-Krise günstigere Darlehen zu Konditionen nahe eines Rekordtiefs aufnehmen. Immobilien werden dadurch im Vergleich zu anderen Anlagen attraktiver werden.

Smart home

Smart-Home-Anwendungen werden durch den verstärkten Fokus auf die Wohnung an Bedeutung gewinnen. Denn die Zeit im eigenen Zuhause möchte man sich so komfortabel wie möglich gestalten. Und so setzen immer mehr Bewohner auf Smart-Home-Systeme, die ihnen den Alltag erleichtern, wie beispielsweise Sprachassistenten: Per Zuruf lassen sich nicht nur die Musik, das Licht und die Rollläden steuern, sondern auch gleich Bestellungen an den Supermarkt schicken, sodass man gar nicht erst aus dem Haus muss. Auch für das Homeoffice und das häusliche Klassenzimmer hat eine intelligente Hausvernetzung Vorteile. So sorgt sie automatisch für die richtigen Arbeitsbedingungen, indem Licht, Raumtemperatur und Lüftung gesteuert werden.

Raum zum Arbeiten

Offenes Wohnen beherrschte in den letzten Jahren die Wohntrends. Mehrere kleine Räume schienen nicht nur altmodisch, sie verbrauchen auch mehr Fläche. Und an Fläche muss man sparen, wenn die Quadratmeterpreise immer weiter steigen. Das Kostenargument gilt zwar immer noch, trotzdem werden sich viele mehr Rückzugsmöglichkeiten wünschen, denn Raum für ruhiges Arbeiten ist aktuell sehr kostbar. Viele Arbeitnehmer haben zu Hause nicht mal mehr einen Schreibtisch. Insofern könnten „ausgelagerte Homeoffice-Arbeitsplätze“ eine gute Alternative sein.

Raus aufs Land

Bereits seit einigen Jahren zeichnet sich ab, dass nach einer Phase starken Zuzugs in die Großstädte wieder mehr Deutsche in den Speckgürtel ausweichen. Der Lockdown hat diesen Trend noch verstärkt. Und so kam es im Speckgürtel von Großstädten seit dem Frühjahr bereits zu einem Nachfrageanstieg. Wenn Parks, Sportvereine und Spielplätze geschlossen sind, wird der heimische Garten als Ort umso wichtiger. Nachfrager sind dabei besonders die gut situierten Altersgruppen zwischen 30 und 50 Jahren, die es kurz zuvor noch verstärkt in die Städte gezogen hat.