21. Oktober 2021

Baurechtschaffung von Stadtquartieren

Der gesetzliche Anforderungskatalog für die Baurechtschaffung während der Ankaufs- und Planungsphase geht ins schier Unermessliche, von Nutzungsvorschriften über Umweltauflagen und soziale Vorgaben bis hin zu den konkreten Bauvorschriften und Mobilitätskonzepten. Anforderungen, die sich besonders bei gemischt-genutzten, größeren Quartiersentwicklungen konzentrieren. All dies muss zudem in Einklang gebracht werden mit der Rentabilität der zukünftigen Bewirtschaftungsphase. Eine Erleichterung brachte es, als mit dem neuen Baugebietstyp „Urbanes Gebiet“ mehr Mischnutzungen zugelassen wurden. Trotzdem bleiben auch hier viele Fragen offen.

Zudem bürgt auch die sorgsamste Vorbereitung nicht für einen reibungslosen Ablauf. Wähnt man sich nach 18 Monate langer Baugenehmigungszeit am Ziel, meldet sich plötzlich bald nach Baubeginn der Kampfmittelräumdienst. So ist man häufig von der Kooperationswilligkeit einzelner Zuständiger abhängig, während die Zeit verstreicht und mit ihr die Zinsuhren der Banken und Stillstandsuhren der – im Vertrauen auf überschaubare Genehmigungszeiten bereits beauftragte Generalunternehmer – immer lauter ticken.

Dieses Labyrinth von wechselseitigen Genehmigungsverflechtungen lässt sich somit aller vorausschauenden Erfahrungen und Vorsicht zum Trotz kaum nachhaltig entflechten. Also bleiben nur Geduld, wirtschaftliche Stärke – und der Wille, trotzdem ein tolles Projekt zu machen. Und die Zuversicht, am Ende im gemeinsamen Miteinander doch noch ein gesellschaftlich gewinnbringendes Stadtquartier zu realisieren.

Über die Autoren:

Für die Realisierung des gemischt genutzten Quartiers maxfrei, errichtet auf einem ehemaligen Gefängnisareal in Düsseldorf-Derendorf, haben die 1969 in Düsseldorf geborene Marion Schaub, der 1969 in Münster geborene Christian Höyng und der 1981 in Iserlohn geborene Kristian Schattling für INTERBODEN gesorgt.